Die Geschichte des Shetland Sheepdog

Eine Historie vom Shetland Sheepdog im eigentlichen Sinne, wie sie bei den alten Rassen "Spitz", "Jagdhund" oder "Windhund" als Beispiel bekannt ist, gibt es so nicht. Der Sheltie ist eine verhältnismäßig junge Rasse mit den züchterischen Anfängen zum Ende des 19. Jahrhunderts und der Standard wurde erstmalig 1910 in Lerwick erhoben und seitdem mit kleinen Änderungen so beibehalten.

Zu den Ausgangsrassen des heutigen Shelties zählen in erster Linie die kleinen "Feenhunde" (Fairy dogs) oder wie sie auch gerne bezeichnet wurden, die "Toonies" (kleine uneinheitliche Inselhunde), deren Aufgabe darin bestand, die Gärten und Häuser (Toons) der Pächter frei von Weidevieh zu halten und Fremde zu melden, sowie zum Hüten und Treiben der Schafe. Die Ahnen dieser Hunde waren die spitzartigen Begleiter der Einwanderer seit der Besiedlung durch Wikinger (Norwegischer Buhund, Yakhund, Islandhund und ähnliche). Zur sicheren Arbeit am Schaf oder dem Weidevieh und der Ponies wurden schon früh Vertreter des Working-Collies (Urahne der heutigen Border Collies und Bearded Collies) eingekreuzt. Trotzdem blieb der Toonie ein uneinheitlicher kleiner Arbeitshund, der eher einem hübschen Mischling als einem Rassehund glich.

 

Zu Beginn des aufkommenden Tourismus zu den Sheltand Inseln erschloss sich den Inselbewohnern durch den Verkauf der hübschen und herzigen Welpen ihrer Toonies eine neue Einnahmequelle. Um den Absatz zu erhöhen wurden langfellige und gefälligere Kleinhunderassen eingekreuzt, so der POM (ein Spitz, der größenmäßig dem heutigen Mittelspitz zuzuordnen ist), der Kavalier King Charles Spaniel, manchmal wird auch behauptet der Papillon wäre auch eingekreuzt worden. Selbst kleine Windhunde, Terrier und Corgis werden in den Ahnen angeführt oder vermutet. Später wurden kleine Vertreter des Schottischen Collies (die Langhaarvariante) eingekreuzt, um das Aussehen des kleinen Shetland Collies (wie die Rasse zu Anfang des eingeführten Standards heißen sollte) zu vereinheitlichen. Da die damaligen Rassevertreter trotz allem immer noch eher einem Mischling glichen, wurden sie vom damaligen Collie Club abwertend sogar so bezeichnet = mongrels. Der Collie Club erwirkte auch ein Verbot der Rassebezeichnung "Shetland Collie", so dass die Rasse letztendlich den Namen SHETLAND SHEEPDOG erhielt.

Seitdem begann der Siegeszug des Shelties auf den britischen Inseln und mit ein paar Jahren Verzögerung auch in Amerika. Die Unterschiede in den Standards des englischen und amerikanischen Shelties haben sich erst später entwickelt, die Ursprünge sind die gleichen Hunde. Die Ausgangs Zucht- und Ausstellungstiere in USA und Canada waren neben den heutigen Standardfarben des englischen Standards, von Anfang an auch die nicht gefälligen Farbvarianten der Schecken oder Colour headed white Vertreter und auch heute gibt es im amerikanischen Standard mehr erlaubte Farben, wie zobel-merle, maltese blue oder maltese black und weitere. Einzig die brindle Farbvariante wird von beiden Standards geächtet und führt zur Disqualifikation.

 

Es gab noch eine weitere Arbeitsrasse auf den Shetland Inseln, sie ähnelte weitestgehend den heutigen Retrievern in Größe und Gestalt und halfen beim Robbenfang und anderen Aufgaben, die mehr Kraft seitens des Hundes erforderten, dies nur mal so als Anmerkung am Rande.

 

Copyright Karen Hanemann und Andrea Bruch.